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Hilde Sorge – ein persönlicher Nachruf von Dr. Götz Doyé

10. 12. 2021

„Und grüßt mir meine treue Gehilfin Hilde Sorge“ – so hätte der Apostel Paulus sicher am Ende eines Briefes an die Gemeinde in Bergholz-Rehbrücke geschrieben, so wie er oft am Ende seiner Briefe Grüße bestellte. Und er hätte damit Recht gehabt: Hilde Sorge war eine treue Gehilfin bei der Verkündigung der frohen Botschaft von Gottes Liebe. Und dies nicht nur in Wort und Tat, sondern sie strahlte als Person diese Liebe Gottes zu uns ab.

 

Nun ist sie am 27.November im Alter von 89 Jahren in Potsdam im Krankenhaus in innerer Ruhe in die Liebe Gottes hinein gestorben und darf schauen, was sie geglaubt hat: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ (Röm 14,8)

Hilde kannte die Bibel. Als Katechetin und Gemeindehelferin hat sie die Geschichten erzählt, gespielt, besprochen, gebastelt, gemalt….mit immer neuen Generationen von Kindern und Jugendlichen und bald auch mit den nun erwachsen gewordenen Eltern und Großeltern, z.B. in der Gestaltung des jährlichen Weltgebetstages.

 

Pfarrer Dalberg kannte sie aus Thüringen und hatte sie 1970 nach Rehbrücke geholt. Schnell war sie nicht nur für die Kinder in der Christenlehre tätig, sondern half in der Gemeinde, wo Bedarf war. Im Kindergarten, bei den Familiengottesdiensten, die Pfarrer Dalberg mit besonderer Hingabe wöchentlich durchführte, im Frauenkreis, in den Gottesdiensten als Lektorin und nicht zuletzt saß sie auch über viele Jahre im Gemeindebüro, die Kirchenbücher werden dank ihrer sauberen klaren Schrift immer gut lesbar bleiben. Und manche und mancher wird von ihr einen persönlichen Geburtstagsgruß empfangen haben.

 

Als ich 1983 von Saarmund nach Rehbrücke umzog, war Hilde schon da und sie wusste Bescheid, konnte raten und Auskunft geben, und immer in großer Bescheidenheit. Zuhören konnte sie und mit ihrer großen Herzenswärme konnte sie vielfach seelsorgerlich helfen. Ja, in der Begegnung mit ihr konnte man etwas von der Liebe Gottes, die uns leben lässt, ganz persönlich erfahren. Viele, viele werden es ihr danken! Die Anteilnahme bei der Beerdigung am Nikolaustag machte es sichtbar. Das hätte Hilde wohl auch gefallen, am Tag des Nikolaus auf dem Friedhof zur Ruhe zu kommen, wie oft mag sie die herrlichen Geschichten vom Nikolaus Kindern erzählt haben? Vielleicht hat sie ihn sogar einmal in Person gespielt?

 

Wer in Rehbrücke zum Gottesdienst in die Kirche trat, konnte zuerst Hilde erblicken, immer auf ihrem Stuhl gleich neben Taufstein und Orgel. Das freundliche Gesicht der Gemeinde, ihre ihr von Gott geschenkte Familie. Blieb der Stuhl einmal am Sonntag leer, so fragten sich alle, was denn mit Hilde sei. Die Sorge um ihr Wohlergehen, die die letzten Lebensjahre Menschen aus ihrem Freundeskreis bewegte, ist nun zur Ruhe gekommen, es bleibt der Dank an Gott, dass er uns diese „Gehilfin am Wort Gottes“ schenkte.

 

Dr. Götz Doyé

 

Bild zur Meldung: Hilde Sorge © Ilona Bidassek