Verlorenes wiederfinden...
Um den letzten Jahreswechsel herum hatte ich meine Mütze verloren.
Ich vermutete, dass ich sie bei einem der Gottesdienste in diesen Tagen hatte liegen lassen und suchte die Bergholzer Kirche
und die Martin-Luther-Kapelle ab. Nichts fand sich.
Nach einiger Zeit gab ich die Suche auf. Dann war sie mir vielleicht irgendwo aus der Jackentasche oder der Autoseitentür gefallen und nun verloren.
Weil es mitten im Winter war, brauchte ich eine neue Mütze. Die war leider nicht so schön bunt wie die bisherige.
In dieser Adventszeit holte ich in all den Vorbereitungen für das Singspiel am 3. Advent und die Krippenspielproben unser Krippe
vom Dachboden der Kirche.
Der Musiker, der das Singspiel mit Grundschulkindern eingeübt hatte, war dabei.
Er meinte: "Die Kinder bringen am Sonntag eine eigene Puppe mit. Die Jesus-Puppe können Sie rausnehmen."
Nun gut, dann räumte ich sie zur Seite.
Aber Moment. Was war das? Im Stroh der Krippe, da lag doch noch was?
Ich wühlte in der Krippe und meine Mütze kam zum Vorschein!
Irgendwie war sie nach den Weihnachtsgottesdiensten im letzten Jahr in der Kirche liegengeblieben und wohl versehentlichen beim Aufräumen mit in der Krippe gelandet...
Das ist mein diesjähriges Weihnachtserlebnis!
Jesus kommt um zu finden und wiederzubringen, was verloren ist.
Daran werde ich jetzt immer denken, wenn ich diese Mütze wieder trage.
Und ich glaube, dass es auch auf viele andere Weisen gilt.
Was hab ich verloren in diesem Jahr?
Vielleicht nicht bloß eine Mütze, sondern vielleicht wichtigeres: etwas Kraft, etwas Zukunftsvertrauen, den Kontakt zu einem lieben Menschen oder etwas kindliche Spielfreude?
In der Krippe können wir etwas davon wiederfinden.
Weil bei Gott nichts und niemand verloren geht.
Frohe Weihnachten!
Pfarrer Christoph Knack
Bild zur Meldung: Foto:Christoph Knack






